3 thoughts on “Seminar on »Slowness«”

  1. Antwort auf den Kommentar zu diesem Beitrag: http://blog.bruysten.com/2009/01/23/mbc09/

    … das Mißverständnis ist in der Regel schon da, wo man glaubt, technologische Beschleunigung wäre von einer “mittleren” Fortentwicklungsgeschwindigkeit der Menschheit als Ganzes abhängig. Meine Vermutung ist, daß die kritische Masse, die dem “Rest” der Menschheit eine neue Technologie überstülpt, sehr klein ist. Woraus zu folgern ist, daß man Beschleunigugn quasi als Naturgesetzt hinnehmen muß.

    Anstatt nun aber einen ewigen Kampf um die optimale Geschwindigkeit der Fortentwicklung aufzunehmen, möchte ich daher eher vorschlagen, Lernmethoden und -konzepte weiterzuentwickeln. Um den Gesellschaften, wie auch Firmen/Gruppen und Individuen Werkzeuge an die Hand zu geben, auch in höchstbeschleunigten Zeiten, sicher überleben zu können.

    Den “Digital-Devide” gibt es schon längst, im Grunde seit der Renaissance, seit der “Ausrufung” eines elitären Wissensbürgertums.

    Warum also nicht die Beschleunigung selbst auch offiziell als Ziel proklamieren um der Gesellschaft die Chance zu geben, jenseits der technologischen Einzelschritte auf einer “Meta-Ebene” von diesem Fortschritt zu profitieren.

  2. Die Frage nach “richtiger” Beschleunigung, Geschwindig- oder Langsamkeit gibt einem schon etwas zu kauen. Faktisch sind (technologische) Fortentwicklungen, die schnellere, sagen wir besser: effizientere Informationspublikation, Distribution und Akkumulation ermöglichen (sollen), nicht aufzuhalten – und anhand von Beispielen, wie etwa “Twitter” ist nicht abzusehen, wie sich die Nutzung einzelner Technologiefragmente weiterentwickeln wird. Eine Frage, die zu klären wäre: Suchen sich die (sozialen) Systeme nicht ganz von alleine Ihre optimale Geschwindigkeit? Wie auf Twitter bspw. geschehen, suchen sich die Nutzer selbst Ihren Weg und beschleunigen so die Entwicklung einer Software moderat in die “gewünschte” Richtung.

    Eine weitere Frage: Wo hört ‘Langsam’ auf und wo fängt ‘Schnell’ an, wenn Geschwindigkeit naturgemäß relativ ist? Ist nicht “a” die interessantere Konstante? So könnte sich für manches System durchaus die Frage stellen, ob nicht eine negative Beschleunigung zum Positiven sinnvoll wäre. Weniger ist mehr. Oder: “Don’t make me think” (Steve Krug). Schadet also beispielsweise das vorhandene Informationsangebot eher, als dass es nützt? Oder: Welche Ausbildung ist am einzelnen Teilhaber eines Systems erforderlich, um ihm einen Nutzen davon versprechen zu können. Brauchen wir andere Werkzeuge, Filter, möglicherweise einen Blogosphäre-Führerschein, damit man nicht an Informationswut erkrankt? Im Grunnde sind dies alles sehr triviale Fragen, die siche jeder einzelne nur selbst beantworten kann. Im Kern bleibt mir die Einsicht, dass es vor allem wichtig ist, den moderaten Umgang mit Geschwindigkeit zu erlernen und die richtige für sich selbst zu finden – ganz egal in welcher Hinsicht. Hochtechnologie und schnelllebige Information auch den Langsamsten zu vermitteln bleibt in jedweder Hinsicht eine große Herausforderung für alla, am Gestaltungsprozess beteiligten Entwickler.

    Ich freue mich auf das Seminar.

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